Beim Blättern und Lesen wird schnell klar: Hier verdichtet und erhebt sich die Sprache, im Alltag oft nur Sand und Wüste, Seite für Seite zu einer Düne, die auf poetisch hoch konzentrierte Weise weite Ausblicke und tiefe Einsichten in die Sprache und die Welt eröffnet. [...] Auch in diesen zunehmend sprachkritischen Texten am Schluss des Bandes steckt die Botschaft: Trotzdem Gedicht! Will heißen: Gedicht, um dem allzu glatt an der Oberfläche rieselnden Sprachsand zu trotzen. Dazu eignen sich die Gedichte von Helwig Brunner auf hervorragende Weise.
Günter Vallaster über „Süßwasser weinen“, http://www.literaturhaus.at, Juli 2008
Die Verschönerung unseres Blickes durch Gedichte ist wie Süßwasser weinen. In diesem paradoxen Bild, dass Tränen plötzlich wunderbar genießbar und trinkbar werden, liegt das Geheimnis der Lyrik von Helwig Brunner. [...] Schon der Start ist fulminant: [...] Helmuth Schönauer über „Süßwasser weinen“, http://www.biblio.at, Juli 2008
Gedichte, die flaumleicht daherkommen, mit scheinbar leichter Hand auf das Papier geweht. Und dabei bei allem Witz zur ernsthaften Pflicht des Dichtens stehen: dem Unsagbaren eine Stimme geben.
Kulturnotiz über „Süßwasser weinen“, Offensiv, Juli 2008
Das Ergebnis: erstaunlich analytische Gedichte, die dennoch an keiner Stelle konstruiert wirken, erfreuliche Gegenpole zu der monoman um subjektive Befindlichkeiten kreisenden Lyrik, die derzeit den Mainstream bildet.
Christian Stenner über „Süßwasser weinen“, Korso, Mai 2008
Ein sehr persönlich erzählter Roman mit politischer Moral, dessen Autor sich dank seiner Erzählkunst trotz seiner klar erschließbaren Positionsnahme keineswegs agitatorischer Mittel bedienen muss, um seine Wirkungsabsicht zu entfalten.
Christian Stenner über „Die Zuckerfrau“, Korso, April 2008
Brunners Lyrik ist nie anmaßend oder überkandidelt, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes natürlich – und das ganz ohne Klischees oder überkommene Idyllen.
Wolfgang Kühnelt über „Süßwasser weinen“, Falter 16/2008
Fünf Charaktere sind es insgesamt, durch deren Blickwinkel dem Leser das Geschehen dargeboten wird [...] Jeder Einzelne schildert die zwielichtigen Vorgänge in der Klinik aus seiner persönlichen Sicht, jedem ordnet der Autor auch einen individuellen Charakter, eine sehr spezifische Sprache und eine jeweils eigene Welthaltung zu. Auf diese Weise distanziert er sich vom bloß Kolportagehaften, übt durch seine Charaktere hindurch Gesellschaftskritik und verlagert die von Sex-and-Crime-Elementen getragene Handlung, die nicht selten gängige Krimiklischees benutzt, auf eine anspruchsvolle Ebene. Dadurch gelingt es ihm, nicht nur Spannung hervorzurufen, sondern darüber hinaus auch noch Anstoß zur weiter reichenden kritischen Reflexion über das Gelesene zu geben.
Maria Seifert über „Nachspiel“, BücherPick, Oktober 2006
Brunner fixiert lyrische Sachverhalte mit dem kühlen Blick des Naturwissenschaftlers; ein immer gelassenerer Zugriff auf die Sprache im Dienst lyrischer Sensibilität hat ihn eine stete Karriere als Lyriker machen lassen.
Wilhelm Hengstler: Traumatische Energie. Korso, März 2006
In Helwig Brunners Prosadebüt "Rattengift" finden sich sechs ganz unterschiedliche Erzählungen, die in ihrer Gesamtkomposition die Wendigkeit des Autors, der sich bisher hauptsächlich mit lyrischen Werken beschäftigt hat, auch auf dem Gebiet der Prosa zeigen. [...] Jede einzelne der Erzählungen überrascht den Leser mit innovativen Ideen und ungewöhnlichen Protagonisten und lässt ihn die Welt einige Seiten lang aus einem neuen, alternativen Blickwinkel sehen. Auf leichtfüßige Art stimmt der Erzählband nachdenklich und reißt fremde Situationen und Stimmungen an, manchmal in heiterem Pessimismus, aber nie, ohne zumindest die Möglichkeit eines Auswegs anzudeuten. Nach diesem gelungenen Erzähl-Debüt darf man mit Spannung das nächste Prosawerk Helwig Brunners erwarten.
Christine Schranz über „Rattengift“. http://www.literaturhaus.at, Februar 2006
Spätestens mit den „grazer partituren“ (2004) hat Helwig Brunner (38) seine Position als einer der bedeutendsten österreichischen Lyriker bestätigt.
Frido Hütter, Kleine Zeitung, Februar 2006
Bei Helwig Brunner wird man schon nach den ersten Gedichten darauf aufmerksam, daß er andere Augen und Ohren hat. Er sieht einerseits mit dem geschärften Blick eines akademisch gebildeten Naturwissenschaftlers und andererseits hört er mit dem feinen Ohr des absolvierten Musikers.
Janko Ferk: Kafka und andere verdammt gute Schriftsteller.
Klagenfurt, Ljubljana, Wien: Mohorjeva Hermagoras, 2005
... eine poetisch-musikalische Talentprobe ...
Rudolf Kraus über „grazer partituren“. Bücherschau 3/2004
Helwig Brunners neue Lyrik [...] ist in hohem Maße konstruktiv: In ihr wird Welt hergestellt, werden Gegenstände des Schauens und Sagens in neue Zusammenhänge gebracht, alte Wege nicht zu Ende gegangen und dafür neue Wege erschlossen. Am eindringlichsten ist Brunners poetischer Weltentwurf dort, wo er sich in transparenten, gänzlich zurückgenommenen Versgebilden manifestiert, etwa in dem folgenden: "EINEN Atemzug voraus,/ einen Atemzug verspätet,/ dazwischen die Gegenwart,/ unberührt, windstill, so/ wäre von dem Versäumnis/ erzählt. Danach stell ich/ die Uhr, schamlos, pünktlich." (S. 81) Hier ist kein Wort zuviel gesagt; die Bilder illustrieren nichts mehr, sondern schaffen sich einen neuen, einen eigenen Ort, an dem sie bestehen können.
Christian Teissl über „Gehen, schauen, sagen“. http://www.literaturhaus.at, März 2002
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